Projekte / Lorenz-Reiter-Strasse

Wohnbau - Bauträgerwettbewerb

Für diese Wohnanlage wurden raumökonomischen Wohnung konzipiert, die auf kleinem Raum viele Wohnbedürfnisse abdecken. Wohnungen von 40 bis 118 m2 werden angeboten. Flexible Trennwände ermöglichen große Wohnräume auch bei Smartwohnungen. Das „Smart choice“ Modell ermöglicht dem Mieter, die für ihn passendste Raumaufteilung zu wählen. Der umgebende Grünraum bietet Sitz- und Spieldecks, sowie platzbegleitende Grünflächen. Eine Obstbaumwiese mit Sitz- und Liegedecks bildet eine Anknüpfungszone zur Umgebung.

Städtebauliche Aspekte

Ausgangspunkte für die Anordnung der Baukörper:

1. Die städtebauliche Struktur des Gebietes an der Schnittstelle von 6-8 geschossigen Baublöcken, jenseits des ehemaligen Bahndammes, und 1-2 geschossigen Kleinhäusern in der Zippererstrasse.

2. Die Lage nahe einer U-Bahn Station, eines Parks und einer projektierten Schule

3. Die hauptsächlich über Fußwege organisierte Erschließung des Gebiets4. Bedeutung des Bauplatz 3 als Tor zum geplanten Wohngebiet

Die konzipierte Bebauung nimmt die Dimension und Struktur des Neubaugebietes jenseits des Bahndammes auf und führt sie fort. Zur Zippererstraße hin werden die Baukörper nach Süden terrassiert. In Richtung Bauplatz 2 öffnet sich die Gebäudestruktur, um eine Vernetzung mit den beiden anderen Bauplätzen zu ermöglichen.
Es wurde eine hauptsächlich fußläufige Erschließung von der U-Bahn Station konzipiert. Die Durchwegung zwischen den Bauplätzen erfolgt über einen attraktiv gestalteten Platzbereich im Süden. Unter der Auskragung an der Gebäudeecke zur Zippererstraße befindet sich der Eingang zu einem Supermarkt, der wesentlich zur Belebung der Erdgeschosszone beiträgt. Weiters wird sie bereichert durch einen Durchgang zur geplanten Schule.

Gebäudetypologien

Der Großteil der Baukörper ist nach Osten und Westen orientiert, bietet somit zwei gut belichtete Fassaden und ermöglicht damit eine kompakte Struktur mit mittig gelegenen Erschließungen. Die zentralen Stiegenhäuser werden in jedem Geschoss über transparente Kinderwagenräume und großzügige Lufträume mit Oberlichten natürlich belichtet. Der Nord-Süd orientierte Bauteil bietet südorientierte Wohnungen, die über ein an der nördlichen Außenwand gelegenes Stiegenhaus erschlossen werden.
Es gelungen im gesamten Projekt keine rein nordorientierten Wohnungen zu planen. Auf die unterschiedlichen Niveaus von umgebenden Fußwegen und Innenhof reagieren die Baukörper mit versetzt angeordneten Foyers, die eine barrierefreie Erschließung aller Geschosse von den Fußwegen aus ermöglichen. Diese Foyers verfügen über großzügige Raumhöhen und schaffen damit eine attraktive Eingangssituation.

Wohnungen

Der Wohnbau bietet 53% kostengünstige Smart Wohnungen. Durch ihre besondere Konzeption wird trotz relativ kleiner Grundfläche eine großzügige Raumwirkung erzielt. Sie verteilen sich gleichmäßig über alle Stiegen, um eine gute Durchmischung der Wohntypen zu schaffen. Die übrigen Wohnungen sind großzügiger geschnitten.
Bei den 2-, 3-, und 4-Zimmer Wohnungen werden zu Fixpreisen jeweils die Varianten, „basic“ „vario“ und „loft“ angeboten, die mit dem selben Sanitärkern auskommen und daher relativ leicht noch nach Rohbaufertigstellung variiert werden können. Bei diesen Grundrissvarianten gibt es auch Modelle, die mit Schiebewänden variable Raumaufteilungen anbieten und damit auch in den Smart Wohnungen Wohnräume bis zu 37m2 ermöglichen.

Soziale Nachhaltigkeit

Eine breite Palette von Wohnungen von 40 bis 118m2 wird angeboten. Durch mögliche Zusammenlegung wird eine längerfristige Flexibilität garantiert, die beispielsweise das Zusammenleben mehrerer Generationen ermöglicht.
Im Erdgeschoss des mittleren Baukörpers wird eine Wohngemeinschaft für geistig behinderte Menschen eingerichtet. Angerenzend werden zwei Wohnungen angeordnet, die ebenfalls für Menschen mit besonderen Bedürfnissen eine selbstbestimmte aber dennoch betreute Wohnform anbieten. Alle Wohnungen verfügen über einen privaten Freiraum mit Bezug zum umgebenden Grünraum. Die individuellen Freiflächenanteile, in Form von Loggien, Balkonen oder Terrassen, weisen eine möblierbare Tiefe auf, sind direkt besonnt und den Wohnräumen vorgelagert.Den Bewohnern stehen weiters große Freifläche im Erdgeschoss und südorientierte Gemeinschaftsterrassen in den oberen Geschossen zur Verfügung. Ein rund 160m2 großer Gemeinschaftsraum ist konzipiert, vom Gebäudeinneren erreichbar und über eine Freitreppe mit dem Grünraum vernetzt. Die Kinderwagenräume werden bei jeder Stiege jeweils geschossweise angeordnet, um eine praxisgerechte Nutzbarkeit zu garantieren.
Im mittleren Baukörper wird ein Büro für die erweiterte Hausbetreuung eingerichtet. Neben den Hausbetreuerarbeiten werden den Bewohnern Paketübernameservice, ein Urlaubsservice (Post entfernen, Blumen gießen), sowie weitere individuelle Wohnungsreinigungsdienstleistungen angeboten.

Grün- und Freiraum

Der neue Quartiersplatz fungiert als breite Haupterschließung von der U-Bahnstation aus. Sitz- und Spieldecks sowie die platzbegleitende Grünfläche laden zum Verweilen und Spielen ein. Die stirnseitige Fassadenbegrünung stellt einen markanten, „grünen“ Blickfang dar, die seitlichen Kirschbäume fassen den Platz räumlich zusammen. Konzipiert ist zentraler Grünraum mit „Platz`l“  für die Hausgemeinschaft, sowie ein gut einsehbarer Kleinkinderspielbereich. Die EG Wohnungen verfügen über eigene Terrassenbereiche. Eine Naturwiese als Weiterführung des angrenzenden Grünraumes Hyblerpark bildet einen „grünen“ Saum, in der die neue Bebauung eingebettet ist. Eine weitläufige Obstbaumwiese mit Sitz-/Liegedecks als breite Anknüpfungszone an den angrenzenden Bauplatz und frei situierbaren Verbindungswegen sind geplant. Ein Teil dieses Bereiches soll den Kindern und Jugendlichen einen „wilden“ Spiel- und Rückzugsort inmitten der Stadt bieten.

Auftraggeber GEWOG Gemeinnützige Wohnungsbau GmbH
Adresse

1110 Wien, Lorenz-Reiter-Straße

Nutzfläche 11.600 m2
Einheiten 143 Wohnungen + 1 Supermarkt
Projektstatus abgeschlossen

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