Projekte / Graz Quartier 3

Wettbewerb VISION REININGHAUS - QUARTIER DER HANDWERKERGASSEN

P.GOOD Architekten in Zusammenarbeit mit grundstein

Das Erdgeschoss öffnet sich mit seinen lebendigen publikumsorientierten Nutzungen dem Quartier. Die grosszügigen, zum Verweilen einladenden Plätze zeugen von einer Kultur der Vernetzung, Integration und Offenheit. Die Esplanade ist verbindendes Element der Quartiere. Von weitem wahrnehmbar sind die Stadthäuser entlang der Esplanade während die Handwerkergassen intern Identität stiften - Sie werden zur unverwechselbaren Visitenkarte des Quartiers. Die zweigeschossigen „Handwerkerhäuser“ können flexibel mit unterschiedlichen Funktionen von Gewerbe über Dienstleistung bis Wohnen genutzt werden. Die schützende Bebauung entlang der alleegesäumten Alten Poststrasse vermittelt zwischen der Fläche  mit motorisiertem Verkehr und dem rein fußläufig organisierten Quartier.

Individualität

Das «Quartier der Handwerkergassen» ist ein vielfältiger Lebensraum, geprägt vom Nebeneinander, von Gemeinschaft und Individualität. Diese Kultur zeigt sich in Begegnungen und Gesprächen in den Gassen, den kommunikativen Erschließungsbereichen der Gebäude und den gemeinschaftlich genutzten Freibereichen; sie bedingt Verkehrswege und Nischen, die Raum geben für kommunikativen Austausch und einladen zu einem unverbindlichen Schwatz. Das «Quartier der Handwerkergassen» steht für eine Wohn- und Arbeitsphilosophie, welche die individuellen Bedürfnisse sichert und das Gemeinschaftliche betont.

Öffentlichkeiten und Privatheiten

Das «Quartier der Handwerkergassen» lebt von Räumen mit unterschiedlichen Öffentlichkeiten und Privatheiten. Gewisse Räume ermöglichen die Öffnung zum Quartier, andere fördern das Zusammenleben im Quartier selbst. Die Aussenräume sind multifunktionale Begegnungs-, Erholungs- und Rückzugsorte mit privatem, halböffentlichem oder öffentlichem Charakter. Die Gestaltung der Aussenräume ermöglicht die Vernetzung mit dem Quartier, fördert die Begegnung zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern und schafft den nötigen Freiraum sowie die Geborgenheit für Einzelaktivitäten.

Teilen und Austauschen

Teilen und Austauschen prägen die Quartierskultur. Betriebe und BewohnerInnen teilen miteinander, was möglich und sinnvoll ist.  Die Gewerbeeinheiten sind nicht nur räumlich anpassbar und für verschiedene Nutzungen geeignet, sie können auch durch unterschiedliche BetreiberInnen flexibel gebraucht werden. Unterschiedliche Mietpreise? und ein breites Angebot an Räumen machen dies möglich.
Über die gesamten Wohnebenen verteilt werden so genannte «Wohnjoker» angeboten. Dies sind ausserhalb der Wohnungen liegende, separat erschlossene Zimmer mit einem Nassraum, die Entwurf bei Bedarf zu einer Wohnung hinzu gemietet werden können.

Durchmischen und Vernetzen

Die Gestaltung des «Quartier der Handwerkergassen» fördert die Durchmischung und Vernetzung nach innen wie nach aussen. Hier wohnen und arbeiten Menschen aller Generationen, verschiedenster Kulturen, in unterschiedlichen Arbeitsmodellen und Lebenssituationen. Wohnen und Arbeiten sind durchmischt, der Nutzungsmix ist kleinteilig und vielfältig, das Gewerbeangebot spricht das engere und weitere Quartier an. Die gemeinschaftlich genutzten Räume sind auf alle Gebäudeteile verteilt.

Gestalten und Aneignen

Gemeinschaft entsteht durch das gemeinsame Tun.
«Weisse Flächen» sind nicht definierte Räume und Flächen, weitergestaltbare Erschliessungs- und Begegnungsbereiche im Inneren wie im Aussenraum. «Weisse Flächen» bieten die Möglichkeit zur Aneignung und fördern den selbstverantwortlichen Umgang mit Räumen. «Weisse Flächen» ermöglichen Flexibilität und geben Raum für Unvorhergesehenes. Die Gestaltung der Aussenräume antizipiert Gebrauchsspuren und Patina, denn ihre volle Schönheit entfalten die Aussenräume erst im Gebrauch. 

Nachhaltigkeit

«Leicht Leben» bedeutet, den ökologischen Fussabdruck jedes Einzelnen zu minimieren. Denn nur mit einem genügsamen (suffizienten) Verhalten ist eine Reduzierung des Ressourcen- und Energieverbrauchs erreichbar. Neben dem öffentlichen Verkehr sind Fahrräder die Hauptverkehrsmittel von und zum «Quartier der Handwerkergassen».
Dem entsprechend werden großzügige Fahrradabstellräume, zum Teil auch in den Wohngeschossen zur Verfügung gestellt. In den Handwerkergassen gibt es eine kollektive Fahrradwerkstatt, die auch als Treffpunkt im Quartiert dient.

 

Auftraggeber BWSG und Schönere Zukunft Steiermark
Nutzfläche 23.074 m2
Projektstatus abgeschlossen

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