Projekte / Alpine-Sport Zentrale Schruns

SILVRETTA MONTAFON ALPIN-SPORT ZENTRAL - Wettbewerb

ARGE Mag. Arch. Heinz Tesar und P.GOOD Architekten
Die Alpin-Sport Zentrale Silvretta Montafon ist ein gewichtiger Baustein im Masterplan für das Ortsgefüge von Schruns. Der Neubau bildet städtebaulich ein präzises Gelenk aus Platz, teilüberdachter Piazzetta, Terrasse für Kommunikation (intern und öffentlich) und eine Portalrahmung der Landschaft vom Silvrettaplatz zum Hochjochplatz. Der neue Baukörper ist transluzent mit gezielten Ein- und Ausblicken. Die Ecksituation wird als Risalit betont. Im Zusammenspiel von Alpin-Sport Zentrale, dem neuen Hotel Silvretta (Mitnutzung Josefsheim) und dem Hotel Löwen entsteht der neue sonnig urbane Raum Silvrettaplatz.

Materialkonzept

Konstruktion:
Das Gebäude wird zeitsparend in Fertigteilbauweise aus Brettsperrholzelementen und Stahlträgern errichtet. Keller und Stiegenhaus werden aus Brand- und Feuchteschutzgründen mit Stahlbetonfertigteilen konstruiert.

Fassade:
Die Leitidee für das äußere Erscheinungsbild der Alpinsportzentrale ist ein transluzentes Stück Gletscher, bei Nacht von innen beleuchtet. Dementsprechend ist eine zweischalige Fassade mit einer Außenoberfläche aus Profilitglas mit Flächenbündigen Klarglasstreifen vor den Fenstern vorgesehen.

Diese Fassade reflektiert am Tag das Sonnenlicht und kann bei Einbruch der Dämmerung oder bei Schlechtwetter von innen mittels LED Strahlern hinterleuchtet werden. Dadurch stellt die Alpinsportzentrale bei allen Tages- und Jahreszeiten ein deutlich sichtbares Zeichen am neu geschaffenen Silvrettaplatz dar. Das Gebäude wird vom Berg und aus der Seilbahn auch von Oben aus gesehen, deshalb wird das Dach als „fünfte Fassade“ ebenfalls mit Profilit bekleidet.

Innenräume:
Der Raum für Lobby und Buchungszentrale im Erdgeschoss entwickelt sich als Erweiterung des Silvrettaplatzes. Der Granitbelag des Platzes wird am Boden in das Gebäude hineingezogen. In der Lobby kontrastieren die warmen Töne von Vollholzmöbeln und Kuhfellbezügen mit der Kühle des Granitbodens und der reflektierenden Aluminiumbekleidung von Decke und Wandscheiben.

Diese Materialien stehen auch für die Kombination von traditionellem Landleben und moderner Technik. Die Bürogeschosse sind wärmer gestaltet als der Bereich für den Publikumsverkehr. Die Böden werden hier mit Linoleum belegt und die konstruktiven Brettsperrholzwände und -Decken sind unter einer hellgrauen Lasur als Holzoberflächen sichtbar. Durch die klare, Tragkonstruktion können Trennwände je nach Funktion als Glas- oder flexible Leichtbauwände ausgeführt werden.

Ökologie und Haustechnik

Das Gebäude wird aus dem nachhaltigen, lokal verfügbaren Baustoff Holz errichtet. Durch eine hochwertige Wärmedämmung und die positiven Effekte der zweischaligen Fassade kann der Heizenergiebedarf minimiert werden. Das Haustechnikkonzept verzichtet weitgehend auf komplizierte maschinelle Einrichtungen und setzt auf eine Low-Tech Lösung mit einfacher Fensterlüftung.

Die Doppelfassade ermöglicht zwei Arten der Fensterlüftung:
- Beide Fassadenebenen werden geöffnet
- direkte Frischluftzufuhr von außen.
- Nur die innere Fassadenebene wird geöffnet
- Luft aus dem Scheibenzwischenraum wird zugeführt.

Zur sommerlichen Nachtlüftung kann die innere Ebene geöffnet bleiben ohne dass Regen oder Wind ins Gebäude dringen kann.
Die Leitungsführung für Elektro und Heizung erfolgt in einem Hohlraumboden. Dadurch können die Installationen sehr flexibel an geänderte Nutzungsbedingungen angepasst werden. Eine abgehängte Decke kann entfallen. Die warme Oberfläche der konstruktiven Massivholzdecken wird sichtbar.

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